Frei wie Freya und Freyr
Leider ist es heute mehr als verbreitet, ein Wort wie z.B. Freiheit so hemmungslos, demagogisch und politisch eigennützig zu verschleißen, daß normale Menschen geneigt sind, solche ursprünglich heiligen Worte zu meiden, zu überhören oder für einen nichtssagenden Bestandteil des politischen Tagesgeschwätzes zu halten. Die größten Verbrecher, Massenmörder und politischen Kriminellen der herrschenden Cliquen führen unentwegt und schamlos Worte wie Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, sozial, humanitär usw. im Munde und jeder, der einigermaßen gelernt hat, frei zu denken, wendet sich von dieser Art Sprache mit Schaudern ab, weil er längst begriffen hat, daß diese keinen Pfifferling an Bedeutung enthält und nur als manipulatives Werkzeug gebraucht wird.
Eigentlich sollten die Menschen ihre ureigene heilige Sprache wieder zurückfordern! Ein Anfang kann sein, sich die ursprachliche Bedeutung mancher Worte ins Bewußtsein zurückzurufen und die allgegenwärtige Plattheit und mediale Nullinformation mit magischer Kraft hinwegzuspülen - quasi eine Wortwiederbelebung und -reinigung zu betreiben. Ist die eigentliche, ursprüngliche, wesenhafte Bedeutung des Wortes wieder bekannt und verbreitet, würde das wie eine Hemmschwelle wirken, es trotzdem mißbräuchlich zu verwenden, der Fehler wäre zu krass, zu entlarvend und würde sofort öffentlichen Widerstand in den vielfältigsten Formen auf den Plan rufen.
Greifen wir das Wort frei noch einmal auf und versuchen wir uns mit aller Kraft magisch zu erinnern:
Was bedeutete es im ursprünglichen Sinne frei, ein freier Mensch zu sein?
Welche Eigenschaften und Bedingungen hatten die Menschen einst im Sinn, wenn sie von Freiheit sprachen?
Warum hieß in germanischen und nordischen Landen eines der beliebtesten Götterpaare gerade Freya und Freyr? Warum haben wir gerade diese Götter vergessen, obwohl immer noch ein Tag unserer Woche ihnen gewidmet ist? Warum haben wir überdies vergessen, daß Freya und Freyr so beliebt waren, weil sie als Gottheiten der Geschlechtlichkeit, sexuellen Lust und lebensbejahenden Fruchtbarkeit sich der Sympathien der Menschen der Vorzeit sicher sein konnten? Welche “Götter” verehren wir heute an ihrer Statt und was haben diese aus uns gemacht?
Ursprachlich zu denken bedeutet, unsere reiche Sprache nach Anklängen, Korrespondenzen und Analogien zu durchforschen, die einem helfen die eigentliche heilige Bedeutung eines alten Wortes zu verstehen. Für frei finden wir z.B.:
| froh | Frau | Friede |
| frisch | frivol | früh |
| Frühling | Freude | Freund |
| fragen | fahren | Feuer |
| Ferien | Furie | Frucht |
| fruchtbar | Frater (Bruder) | frech |
Und natürlich muß man wissen, wann und aus welchen Gründen manche dieser Worte umgewertet wurden und einen negativen Beigeschmack bekamen. Denn frech hieß früher derjenige, der mutig, tapfer, dreist auftrat (und kein braves, gehorsames, angepaßtes Schaf). Und als Furie galt vielleicht eine feurige (man beachte bei Feuer dieselben zwei Konsonanten wie bei frei), stolze, kriegerische, gleichberechtigte Frau und nicht das dumme oder hysterische Betthäschen von heute.
Die wortwörtliche Bedeutung von Freya und Freyr war Herr und Herrin. Ist nicht derjenige frei, der Herr/in über sein eigenes Leben, über sich selbst ist (oder sein kann)?
Die zugrundeliegende Ursilbe/Rune ist F Fehu, die Energie, Beweglichkeit, Feuer versinnbildlicht. Ist nicht der/diejenige Herr/in, der viel Energie und eine charismatische, feurige Ausstrahlung besitzt und gerade dadurch andere zu führen vermag? Derjenige, der nicht zögert und den Mut besitzt, voran zu gehen (wieder v/f und r!)?
Die mag für eigenes Weiterdenken und Weiterforschen genügen! Ein gutes Lexikon der Mythologie wird zudem leicht weitere interessante Informationen zutage fördern ….
P.S.:
Aber was ist mit zwielichtigen Worten wie fremd, Frevel, fromm u.ä., die doch scheinbar überhaupt nicht in das obige Schema passen? Decken wir die christlichen Schichten ab und ent-decken wir:
fremd - anord. framr - tapfer, vorzüglich, aengl. fram - stark, tüchtig, tapfer, griech. promos - Führer (über die Heimat hinaus), Fürst, Vorkämpfer, Vorderster
Frevel - mhd. vrevele: Mut, Unerschrockenheit, Verwegenheit
fromm - ahd. fruma: Nutzen, Wohl, Hilfsmittel (”zu Nutz und Frommen”)
Spricht das nicht wiederum für sich? Und vergessen wir niemals: Wäre es für die heutige herrschende Klasse nicht tatsächlich ein Frevel, wenn Menschen sich auf ihre ureigene Freiheit besinnen würden? Da ist es schon nützlicher, fromm zu sein …
Kralle schrieb:
Worte wie “Freiheit” und “Freude” rufen mir Assoziationen von kreativem Müßiggang in den Sinn. Und damit meine ich nicht träges Dösen nach einem sinnentleerten Arbeitstag, sondern frohe Achtsamkeit in einem offenen Geist. Nicht Faulheit, sondern Muße ist das Maß - hier liegt das Potential zu einem freien und somit göttlichen Bewußtsein - Freyr lässt grüßen…
Veröffentlicht am 31. August 2007 um 14:20 | Permalink
Soliton 91 schrieb:
*lol* Schlawiner…
Veröffentlicht am 1. September 2007 um 20:56 | Permalink
Kralle schrieb:
Oh ja, Freiheit und Freizeit - wie fruchtbar für den Geist sind diese Stunden, welch Freude für die Sinne. In einer Gesellschaft, in welcher der schnöde Arbeitsalltag und das Roboten im Kreislauf von Produktion und Konsum zur höchsten Pflicht und Tugend erhoben ist, bedarf es einer gehörigen Portion Frechheit, um sich in Katermanier diesem Bedürfniss ausgiebig und lustvoll zu widmen. Wohlan…
Veröffentlicht am 2. September 2007 um 11:54 | Permalink