eines Bundesbürgers im Jahre 2020
Lieber Innenminister, liebe Bundespolizei, lieber Verfassungsschutz,
aus aktuellem Anlaß möchte ich Ihnen folgendes mitteilen: mein Name, meine persönlichen Daten, mein Lebenslauf, mein Bildungsweg und meine derzeitige Adresse (wie auch alle vorherigen Adressen) sind Ihnen bestens bekannt. Die mehr oder weniger gewöhnlichen Umstände meiner Geburt sind genauestens dokumentiert, ebenso alle meine Kinderkrankheiten, alle schulischen Leistungen, erteilten Einschätzungen, Noten und Zeugnisse, die Namen und Daten meiner Eltern, Kindergärtnerinnen, Erzieher und Lehrer, Seminarleiter, Mentoren, Dozenten und bisherigen Arbeitgeber. Genau festgehalten wurden alle meine biometrischen Daten, Körpermaße und Behinderungen, Augen- und Haarfarbe, Körpermale und -besonderheiten. Meine DNS ist seit längerem in der Bundesdatenbank für genetische Fingerabdrücke abgespeichert; mein Konterfei wurde aus drei verschiedenen Richtungen fotografiert und ist digital für jede Behörde in Deutschland verfügbar; (more…)
“Wir rufen zu einem öffentlichen Diskurs und zu einer neuen freien Bewegung auf. Mit dieser Aktion setzen wir ein Zeichen gegen das derzeitige System. Alle, die mit dem Bestehenden unzufrieden sind und die Hoffnung auf eine freie bessere Gesellschaft nicht aufgegeben haben, rufen wir auf, Widerstand zu leisten.”
Das Zeichen setzen, ist Euch auf jeden Fall gelungen. Herzlichen Glückwunsch! Doch wie geht es weiter? Wie können Aktionen einzelner Gruppen und Aktivisten wirklich zu einer “neuen freien Bewegung” werden?
Aktion „Der Bundestag ist gescheitert” | Geld oder Leben
“Es ist ein bis heute fortdauerndes Kuriosum, daß es als ‘ungesund’ gilt, über Geschlechtsgenuß zu lesen oder nachzudenken, ihn gar zu beobachten, während dasselbe beim Morden unumstritten ist …”
Rainer Jogschies, Blick zurück durchs Schlüsselloch, Frankfurt/M. 1990, S. 41
Vor Jahren fiel mir in einem Nachrichtenmagazin ein Foto aus dem Bundestag auf. Es zeigte während einer Sitzungspause einige Politiker, die zwischen den Sitzreihen zusammen standen und - das Foto war in dieser Hinsicht eindeutig - sich köstlich amüsierten. Es scheint nun von vornherein nichts Merkwürdiges dabei zu sein, wenn auch Politiker gut gelaunte Menschen sein können, wenn da nicht ein Detail gewesen wäre, das mich verblüffte. Zwei der Politiker, die da mit dem herzlichsten und freundschaftlichsten Lachen der Welt miteinander umgingen, waren zum einen der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder und zum anderen eine Abgeordnete der PDS, deren Namen mir entfallen ist, die jedoch zu dieser Zeit wegen ihres punkigen Aussehens und ihrer Nähe zur Kommunistischen Plattform medial immer wieder mal auffiel (vielleicht kann mir jemand mit dem Namen auf die Sprünge helfen?). Zwei ziemlich krasse politische Gegner (der “Kanzler der Bosse” und die Kommunistin), mit ideologischen Ansichten, die diametraler nicht hätten sein können, gaben sich hier als die besten Kumpel zu erkennen.
Nun besteht hier eine gewisse Gefahr, in Stammtischmanier miesepetrig und mißtrauisch etwas hineinzudeuten, was in dieser Szene vielleicht gar nicht vorhanden war, nichtsdestotrotz bringt es uns zu unserem Thema, dem Großen-Rechts-Links-Spiel und seinen Protagonisten, noch einmal zurück und obendrein einige neue, überraschende Gedanken dazu. Denn wenn wir schon von einem Spiel sprechen, wäre es doch einmal interessant, einige Aspekte desselben unter dem Blickwinkel der Spieltheorie zu betrachten. (more…)