Keine Angst vorm Kommentieren

Ein Blog lebt natürlich auch und gerade von den Meinungsäußerungen seiner Besucher. Ein Austausch von Kommentaren zu einem bestimmten Thema oder Beitrag kommt einem guten Gespräch oder einer kleinen Diskussion gleich. Darauf zu verzichten, ist eigentlich unverzeihlich, oder? Damit Spam und Müll weniger Chancen haben, ist es allgemein üblich, das Kommentarrecht mit einer formlosen Registration zu verbinden. Nichts mit großem Aufwand: einfach auf ‘Registrieren’ klicken, einen individuellen Benutzernamen wählen, seine E-Mail-Adresse eingeben und FERTIG! An Deine Mail-Adresse wird Dir dann noch ein Paßwort zugeschickt.
Mit Benutzername und Paßwort kannst Du Dich jederzeit unter ‘Anmelden’ einloggen und kommentieren, was das Zeug hält … Viel Vergnügen!
So, vielleicht ist jetzt die Barriere ein wenig kleiner geworden ;-)

Gedanken zum Widerstand

“Juni-Offensive - Lebe den Widerstand!” Diese faszinierende Aufforderung konnte man auf Plakaten lesen, die in meiner Heimatstadt zur Zeit des sogenannten G8-Gipfels in Heiligendamm reichlich aushingen. In der Tat hatten sich nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa Zehntausende Leute aufgemacht, an einer demonstrativen Form dieses vorgeplanten Widerstands teilzunehmen.
Zwei Tage später sind die Demonstrationen verschwunden, die Aktionen beendet, die versuchten oder tatsächlichen Blockaden aufgehoben, die Stacheldraht-Verhaue und Zäune abgebaut, die “Radikalen”, “Anarchisten”, “Vermummten” und “Autonomen” wieder auf der Heimreise - auf den wüst zertrampelten Feldern und Wiesen kehrt ein Stück agronomischen Alltags ein. Der “schwarze Block” zieht die Szene-Klamotten aus und die von ganz gewöhnlichen Zivilcops wieder an. Das Zündeln und Aufrühren hat wieder mal Spaß gemacht. Die Widerstandstouristen ziehen weiter, die Fahnen und Transparente unterm Arm, zum nächsten Camp, zur nächsten Konferenz, zu irgendeinem der vielen möglichen Polit-Happenings und Spektakel. Was bleibt ist die Frage, ob diese Form von Widerstand wirklich lebendig, d.h. mit Leben gefüllt ist, ob es eine reale Möglichkeit der Verbindung von Widerstand und persönlichem Leben gibt und - ja - ob dies jenseits von linken und extremistischen Gewohnheitsparolen, die so sympathisch in unseren Ohren klingen, überhaupt sinnvoll ist. (more…)

Stanislaw Lem: Die Stimme des Herrn

Stanislaw Lem Die Stimme des Herrn Als ich mir neulich mal die Neuverfilmung von Stanislaw Lems Roman “Solaris” mit George Clooney in der Hauptrolle angesehen hatte, fiel mir mein verstaubter Stapel Lem-Bücher aus guten, alten Ost-Zeiten wieder ein. Enthusiastisch angehaucht, wie ich in dieser Situation war, las ich also “Solaris” ein weiteres Mal und war doch (wieder?) erstaunt, mit welch philosophischem Tiefgang diese ungewöhnliche Geschichte daherkommt und wie interessant sie zu lesen ist. In “Solaris” geht es um den schwierigen und letztendlich wahnsinnserzeugenden Kontakt einiger Menschen zu einem außerirdischen, lebendigen und zudem noch quasi-intelligenten Ozean und so ist es vielleicht kein Wunder, daß ich mir daraufhin als nächsten Lem-Titel “Die Stimme des Herrn” griff, der ebenso den Kontakt zum Thema hat und dieses auf eine Weise abhandelt, die wohl in der (zumindest mir bekannten) Sci-Fi-Literatur ihresgleichen sucht. Die Geschichte oder besser gesagt Rahmenhandlung ist nicht spektakulär und schnell erzählt: Durch Zufall wird in einem schmalen Frequenzband der kosmischen Neutrinostrahlung ein aufmoduliertes Signal entdeckt, dessen informelle Struktur und endlos-zyklische Wiederholung auf eine künstliche Quelle schließen läßt. Bestätigt sich diese Vermutung, so ist nicht nur der erste Kontakt zu einer außerirdischen Intelligenz gelungen, sondern es stellt sich die Frage, was will uns der Absender mit seinem “Brief”, seiner “Botschaft”, seiner “Übertragung” eigentlich übermitteln? (more…)