Die Poesie des Heldentums

Zum Thema deutsche Opfer in Afghanistan, der Einsatz der Bundeswehr in ausländischen Krisengebieten, die Durchhalteparolen und dem ganzen heuchlerischen Geschwafel von Demokratie und Freiheit usw. ist mir eine passende Stelle bei Louis-Ferdinand Céline aufgefallen:

“Die Poesie des Heldentums ergreift besonders unwiderstehlich all diejenigen, die nicht in den Krieg ziehen, und am stärksten jene, die sich gerade enorm am Krieg bereichern. So geht das eben.”
(Reise bis ans Ende der Nacht, Rowohlt-Tb, S. 105)

Der Film PI und die Kabbala

Darren Aronovsky PIBereits 1998 kam Darren Aronovskys Erstlingswerk “PI” auf den Markt, ein nachdenkens- und sehenswerter Film, in schwarzweiß gedreht, mit absichtlich griesligen, wackligen Bildern und einem verstörenden Soundtrack - Stilmittel, die Wahnsinn und Entfremdung verdeutlichen sollen. Der Hauptprotagonist Maximilian Cohen ist ein genialer Mathematiker, der von der Suche nach einer Art Weltformel besessen ist. Gleichzeitig zermürbt diese Arbeit jedoch seinen Verstand; er wird von Kopfschmerzanfällen und Wahnvorstellungen terrorisiert und schottet sich von seiner Umgebung geradezu manisch ab. Als seine Berechnungen Ergebnisse zeigen (er kann die Bewegungen des Aktienmarktes genau vorhersagen), heften sich die “Wallstreet-Arschlöcher” an seine Fersen, um sich den Code anzueignen. Deren Entführung entkommt Cohen nur mit Hilfe orthodoxer Juden, die jedoch als Kabbala-Anhänger selber an der 216-stelligen Zahl Cohens, die sein Computer EUKLID ausgespuckt hatte, interessiert sind. Für sie ist diese Zahl ein geheimer Gottesname; ihn auszusprechen öffnet das Tor zu Gott und verleiht offenbar große Macht. Cohen muß sich zwischen diesen eigennützigen Interessenverbänden behaupten und das schwierige Ende des Films mag jeder selbst für sich deuten.
Im ganzen Film spielt eine gewisse okkulte Mathematik eine Rolle. Der Goldene Schnitt taucht auf, die Zahl Pi, Pythagoras, die Fibonacci-Zahlen und natürlich kabbalistische Berechnungen. Dieser kleine Beitrag wurde geschrieben, um sich die letzteren etwas genauer anzusehen. (more…)