Scheint die Sonne auch für Nazis?
16. September 2007
Nun hat sich 2007 zum zweiten Mal in meiner Heimatstadt Jena ein tragikomisches Ritual ereignet. Rechte aus ganz Europa sagen sich als ungeliebte Gäste an und veranstalten ein sogenanntes “Fest der Völker”. Daraufhin drehen schon Wochen vorher alle durch. Veranstaltungsverbote werden beantragt oder eingeklagt. Ohne Erfolg. Bürokratie. Stadtratssitzungen. Der Bürgermeister positioniert sich wie erwartet. Die linke Szene sammelt sich zum Widerstand. Die junge Gemeinde hat endlich wieder ein Ziel vor Augen. Außer Alkohol und Shit. Plakate. Plakate. Plakate. Graffiti. Zeitungsartikel. Interviews. Mobilmachung der Selbstgerechten. Der Tag der Veranstaltung kommt. Die Stadt im Belagerungszustand. Tausende Polizisten. Kreisende Hubschrauber. Burgen aus Bereitschaftswagen. Gesperrte Hauptverkehrsadern. Staus. Chaos. Sitzblockaden. Aufgelöste Sitzblockaden. Gegendemonstranten. Familien mit ihren Kindern, die dem Antifa-Aufruf gefolgt sind. Betroffenheit überall. Transparente. Bilder. Mittendrin die Rechten, mühsam von der Polizei geschützt. Die meisten von ihnen finden nicht mal zum Versammlungsort. Kein Strom für ihre Bands, das Aggregat ist irgendwo steckengeblieben. Keine Ahnung, was die da wirklich treiben wollen. Überall in der Stadt eine Parole auf gelbem Papier:
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