Von Löwen und Lämmern
26. Februar 2008
Während die Kritiker-Elite ausgiebig und süffisant darüber streitet, ob nun die kranken Folterexzesse in “Hostel” oder “Saw IV” nicht doch kritische Anspielungen auf Abu Ghraib sind, ist man sich mehr oder wenig darüber einig, daß das Polit-Drama “Von Löwen und Lämmern” (Regie: Robert Redford / Script: Matthew Michael Carnahan) nur durchschnittlich ist, nicht hält was es verspricht, zu belehrend wirkt, keine neuen Argumente bringt und was dergleichen platte Attitüden mehr sind. Wenn das mediale Establishment pikiert reagiert, sollte man sich das Ziel der Attacke am besten gleich selbst ansehen - in der Regel entdeckt man hinter den ach so enttäuschenden Kindern des Mainstreams recht ordentliche Überraschungen, sehens- und empfehlenswert.
“Von Löwen und Lämmern” macht da keine Ausnahme. Der Film besteht aus mehreren Episoden, die auf eine offensichtliche und wenig dynamische Art miteinander verknüpft sind. Doch während diese filmische Technik in “Babel” recht herbeikonstruiert wirkt, besitzt sie hier eine letztendlich schlüssige und den Zuschauer beeindruckende Logik. (more…)

Über Musikgeschmack kann man wie jeder weiß trefflich streiten und so soll es in dieser Rezension keineswegs darum gehen, ein Plädoyer für oder gegen amerikanischen Country zu halten und davon abgesehen hatte ich selbst vor gut einem Jahr noch nie etwas von einer Frauenband gehört, die sich ihren Namen nach einem Fastfood-Gericht aussuchte: “The Dixie Chicks”. Dixie bezeichnet bekanntlich die amerikanischen Südstaaten und Country ist dort schlichtweg eine nicht wegzudenkende Institution, gegen die im Vergleich deutsche Volksmusik ein schattenhaftes Nischendasein fristet.