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Rente mit 69? Warum so zaghaft?

Also die Vorgehensweise ist ja immer dieselbe: zu einem speziellen, meistens brisanten Thema wird ein “Versuchsballon” in den großen Medien gestartet. Die eine Hälfte der “Ballonfahrer” übernimmt den schwarzen Peter und pumpt ihn auf, die andere Hälfte protestiert lautstark dagegen - so daß man nicht mitbekommt, daß es sich bei beiden um ein und dieselbe Mannschaft handelt. Der vor kurzem gestartete Versuchsballon heißt “Rente mit 69″, die Rolle des Buhmanns übernahm dieses Mal eine eigentlich außerpolitische Institution (vielleicht weil gerade “Wahlkampf” ist?) - die Bundesbank, während sich die größten Freunde der Bundesbank, die Bundespolitiker, sich in der Rolle der Entrüsteten gefielen. Während man also wie immer auf der großen Theaterbühne der Pseudopolitik argumentiert, diskutiert und protestiert und mancherlei “Experten” ihren dämlichen Quark zum Besten geben, warten alle insgeheim auf die Reaktion einer ganz anderen Partei, auf die Stimme des Volkes nämlich.
Nun keine Angst, wir leben in Deutschland: 80% pennen sowieso und bekommen nichts mit, die restlichen 20% sind für oder gegen den Kram, je nachdem an welche politischen Demagogen sie gerade glauben - still und brav und gelähmt sind alle. Während in Frankreich beim Rententhema Millionen protestierende Arbeiter, Studenten, Gewerkschafter und Oppositionelle das ganze Land lahmlegen, sitzt man in Deutschland bei Jacobs Krönung vorm Frühstücksfernsehen und begreift … wie immer … nichts.
Deshalb, meine Herren Politiker, warum so zaghaft mit ihren Vorschlägen? Die Ausgangssituation ist denkbar günstig … schließlich hat doch der Deutsche schon eine Menge geschluckt. Da haben wir zum Beispiel die Arbeitslosenversicherung. Monat für Monat blecht der “Arbeitnehmer” von seinem Bruttogehalt einen gewissen Betrag für diese “Versicherung” in dem Glauben, daß sie ihn im Falle einer eventuellen Arbeitslosigkeit absichert. Aber weit gefehlt. Natürlich ist das nicht der Fall. Er wird nur eine gewisse, mittlerweile gekürzte Galgenfrist mit monatlichen Beträgen abgespeist und landet dann bei Hartz IV, derzeit also ca. 350,- Euro im Monat. Es darf an dieser Stelle daran erinnert werden, daß ein Peter Hartz (der mit seinem “Reformvorschlag” Millionen Menschen, die gerade die Gnade verpaßt haben, für den Reichtum anderer täglich zu schuften, in die asoziale Tonne getreten hat), nach Korruption, Untreue, Luxusreisen, Millionenabfindungen und mit einem geschätztem Vermögen von 2,7 Millionen Euro eine monatliche “Rente” von ca. 25000 Euro bezieht - das 71fache des ALGII-Regelsatzes. Prima, so weit so gut.
Ein weiterer, nicht unbeträchtlicher Teil des monatlichen Einkommens bezahlt der Durchschnittsdeutsche an seine Krankenversicherung, auch hier in der Hoffnung versichert zu sein, wenn er denn mal medizinische Leistungen in Anspruch nehmen muß. Ist er dann krank, stellt er überrascht fest, daß er für eine Versicherung bezahlt hat, bei der er nie versichert war. Denn nachdem er rein provisorisch und für nichts erstmal seine “Praxisgebühr” bezahlt hat, wird er vielleicht zur Kenntnis nehmen müssen, daß die von ihm benötigte ärztliche Leistung nicht zum “Regelleistungskatalog” der Kasse gehört und somit selbst bezahlt werden muß. Das gilt auch für Zahnersatz, Sehhilfen, Medikamente, Hilfsmittel, Transportkosten, moderne Operationsmethoden, alternative Heilmethoden und vieles mehr. Außerdem hat Michel noch Zuzahlungen, Tagesgelder, Verwaltungsgebühren, Sachkosten, Gutachten u.a.m. zu erstatten, weil sein bitterer Beitrag fürs deutsche Krankheitswesen in unergründlichen Kanälen verschwunden ist, für ihn selbst aber nun keineswegs mehr zur Verfügung steht. Ähnliches trifft mittlerweile auch seinen Behandler, den Arzt, zu dem er geht. Dieser wird - aus rein “ethischen Gründen” versteht sich - dazu verpflichtet, Leistungen und Medikamente ohne Einschränkung zu verordnen, gleichzeitig aber mit ständig sinkenden Honoraren, Budgetdeckelungen und Pauschalbeträgen dazu verdonnert, steigende Kosten aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen. So beträgt der Pauschalbetrag für die Behandlung eines Patienten im Quartal derzeit zwischen 25 und 45 Euro (je nach Bundesland); ich gehe mal davon aus, daß für jeden Köter eines Politikers mehr Geld zur Verfügung steht als für die Menschen, die sich eigentlich mit ihrem eigenen Geld für den Krankheitsfall versichert haben. Da es auch dazu keinen Protest gibt, möchte ich in frisch-fröhlicher PeterHartz-Manier doch den Vorschlag unterbreiten, daß in Zukunft jeder Deutsche einen nicht zu klein bemessenen Zwangsbetrag in den “Gesundheitsfond” einzahlt, im Kranheitsfall aber alles selber bezahlen muß. Das könnte man dann so formulieren, daß seine Krankenkasse nur noch die “Verwaltungskosten”, also sich selber, finanziert, für die eigentlichen Behandlungskosten aber der Patient selbst privat Vorsorge treffen muß. So ähnlich wie bei den Renten, aber dazu kommen wir später. Das würde den Vorgang des “Abschöpfens” doch erheblich effizienter gestalten, oder nicht?
Krisen sind auch nicht schlecht. Wenn es keine geben sollte, erfinden wir halt noch ein paar. Denn nichts könnte besser laufen als eine Krise. Vor allem braucht man dazu einen ordentlichen Teufel an der Wand, ein Crash hier und eine Börsenpanik da, sinkende Kurse und Absatzzahlen, besorgte Politikergesichter und düstere Reden fürs Wahlvolk. Einbrechender Konsum… oh Gott! Während schwer arbeitende Familienväter mit ihren kleinen Handwerksfirmen, traditionelle Familiengeschäfte und mittelständische Unternehmen reihenweise den Bach runtergehen, weil sie ihre Zinsknechtschaft nicht mehr bedienen können, sind es eigentlich die Banken, denen es wirklich schlecht geht. Der engagierte Einzelunternehmer, der mit seinem ganzen privaten Vermögen voll haftet, verliert zwar im Falle einer Pleite all sein Geld, seine soziale Absicherung, sein Vermögen und seinen Grundbesitz (natürlich an die “Bank seines Vertrauens”), nicht selten auch seinen sozialen Status, seine Altersvorsorge und seine Familie, aber das ist nichts gegen eine Bank in der Krise, die den Wert ihrer “toxischen Papiere” verloren hat. Während also das Schicksal eines für die Gesellschaft arbeitenden Deppen keinen Arsch interessiert und er für “Peanuts” vom Fiskus, Gläubigern, Inkassofirmen, Anwälten und Gerichten zu Tode gehetzt wird, tritt im Falle einer insolventen Bank der Staat auf den Plan und die “Forderungen” werden “unverzüglich ausgeglichen”, mit fetten “Schutzschirmen” und “Rettungspaketen”, geschnürt mit Geld, das man nicht hat und das man erstmal jemandem wegnehmen muß - dem Steuerzahler und allen nachfolgenden Generationen von Steuerzahlern versteht sich. Bankmanager werden keineswegs gehetzt und müssen auch nicht um ihren Arbeitsplatz oder ihr Einkommen fürchten. Sollten ihr Unvermögen und ihre kriminellen Machenschaften allzu offensichtlich werden, dann schickt man sie halt mit Abfindungen in den Ruhestand, deren Höhe das Lebensnettoeinkommen eines normalen Bürgers bei weitem übersteigt. Unserem Durchschnittsdeutschen vor der Glotze klappt bei Beträgen von einer halben Billion Euro zwar die Kinnlade runter und irgendwie spürt er, daß da was faul sein muß … mehr aber nicht. Da er selber kaum genug zum Leben hat, kann er nicht begreifen, daß dieses Geld gerade aus seiner Tasche kommen soll. Da also auch von dieser Seite keine Rebellion zu erwarten ist, ran an den Speck, meine Herren - ein paar “Steuerreformen” hier und eine kleine Mehrwertsteuererhöhung dort, ein paar “Vergünstigungen” streichen, ein paar “Stellschrauben” anpassen usw. Sie können das doch! Die aktuell verfügbaren Daten von 2002 sprechen für sich: das reichste Zehntel der Bevölkerung hat so schon 60% des Nettogesamtvermögens an sich gerafft, 30% der Bevölkerung dagegen besitzen faktisch nichts mehr oder nur noch Schulden. Die Zahlen dürften heute, in der Ära der furchtbaren Krise, noch deutlicher ausfallen. Trotzdem könnte man hier noch mehr “rausholen”, finden Sie nicht? Vielleicht eine weitere Mehrwertsteuererhöhung nach der Wahl? Ich bin sicher, irgendwas wird Ihnen schon zur “Krisenbewältigung” einfallen und dann müssen selbstverständlich “alle” den “Gürtel enger schnallen” - alle außer der herrschenden Kaste mit herrlich unverfrorener Selbstbedienungsmentalität, hinter der ein ehrlich rackernder Bürger staunend zurückbleiben muß. Hauptsache er vergißt vor lauter Staunen nicht, seine Geldbörse zu öffnen …
Nun noch zum eigentlichen Thema, der Rente. Auch hier bedient der Deutsche zeit seines Lebens eine Zwangsversicherung, die alles mögliche tut, nur nicht sein Alter absichern. Da also das über Jahrzehnte eingezahlte Geld quasi in einer Art Finanznirwana verschwindet, wird mittlerweile ganz offen und unverblümt empfohlen, sich zusätzlich privat fürs Alter zu versichern. Die Modelle sind immer gleich, ob sie nun Riester, Rürup oder sonstwie heißen: der “Staat” gibt aus Steuergeldern, die nicht mal ihm gehören, ein paar lächerliche und rein symbolische Euro dazu und Michel finanziert seine Altersabsicherung selber - während er weiter die gesetzliche Kasse bedient, versteht sich.
Das Renteneintrittsalter wird immer höher angesetzt. Man könnte es auch bildlicher ausdrücken: die Schlinge um den Hals immer mehr zugezogen. Der ausgepowerte Senior findet schon Jahre vor seinem Ruhestand keinen Job mehr (wer will schon einen alten Sklaven?), rutscht also entweder in Hartz IV (siehe oben) oder muß sein angespartes Vermögen für seinen Lebensunterhalt einsetzen. Der Weg in die Altersarmut ist vorgezeichnet und wenn “man” Glück hat, ist er flugs hinweg gestorben, bevor er überhaupt auch nur einen einzigen Euro seiner schwer erarbeiteten Rente in Anspruch genommen hat. Gratuliere, Sie sind ein aufmerksamer Leser! Denn Sie haben gerade eben sicher festgestellt, daß der Fluß des Geldes in seiner Gesamtheit immer nur in eine Richtung stattfindet - hin zum Rentner jedenfalls nicht. An dieser Stelle erlaube ich mir schüchtern daran zu erinnern, daß Herr Walter Riester bis 1998 gleichzeitig Bundesvorsitzender der IG Metall und Aufsichtsratsmitglied in Unternehmen wie Bosch, Daimler-Chrysler, Thyssen, Audi, Rheinmetall u.a war, darüber hinaus natürlich Abgeordneter und Regierungsmitglied. Über die Höhe seiner Altersbezüge mag ich jetzt keine Spekulationen anstellen. Herr Bert Rürup spricht übrigens nicht vom wohlverdienten Ruhestand und seiner finanziellen Absicherung, bei ihm heißt das “Langlebigkeitsrisiko”. Das finde ich toll, man muß ja auch nicht immer um alles ein Mäntelchen breiten, man kann ruhig auch mal die Katze aus dem Sack lassen. Ach und wenn wir mal gerade beim ollen Rürup sind, der bezieht ja eine sichere Professoren-Pension aus dem Geld der Steuerzahler und wechselte - nachdem er Millionen Deutsche in die sorgende Obhut der Finanzkonzerne und Versicherungen getrieben hatte - als “Berater” zum Versicherungsriesen AWD. Reiner Zufall natürlich. Auf einen klitzekleinen Haken der Rürup-Rente vergißt man daher hinzuweisen: Ist das Langlebigkeitsrisiko eines potentiellen Rürup-Rentners klein, vielleicht weil er mit 59 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt, dann bekommt seine über Jahrzehnte eingezahlte Rente nämlich niemand, nicht seine Frau, seine Kinder nicht, keine Hinterbliebenen. Das Geld fällt an das Versicherungsunternehmen, bei dem er den Vertrag abgeschlossen hatte. Genial, oder? Die logische Schlußfolgerung daraus wäre, möglichst oft dafür zu sorgen, daß der zukünftige Rentner sein Rentenalter nie erreicht. Neueste Untersuchungen haben übrigens gezeigt, daß man 91 Jahre und älter werden muß, um die versprochene Rendite der Rürup-Rente einzustreichen.
Na, nun hat man euch also ein weiteres Mal verarscht, aber ihr seid immer noch still und beschwert euch nicht. Gut dann also als nächstes die Rente mit 69. Oder besser mit 72, warum nicht? Mit einer 69iger-Rente hätte der männliche Durchschnittsrentner noch zwei bis drei Jahre Zeit seinen Ruhestand zu genießen, vielleicht im Bett eines modernen und profitablen Pflegeunternehmens, dem er gleich seine Rente überweisen kann. Mit 72 dagegen wäre er schon weggestorben und das Problem hätte sich von selbst gelöst. Übrig blieben dann nur ein paar alte Frauen, die halt nicht totzukriegen sind, leider. Für die müssen wir uns was anderes einfallen lassen. Mit einer forschen Erhöhung des Rentenalters auf 75 könnte man auch die zähen, alten, rentenbeziehenden Damen erledigen und die “Rentenkassen entlasten”. Oder eine nette Seuche wäre auch nicht schlecht, Vogel-, Schweine- oder Affengrippe z.B. Weil das alles zu offensichtlich ist und ein wenig den Ruch des Makabren hat (gewissermaßen “Deutsche Delikatessen”), beschließt man als Ablenkungsmanöver mit viel Getöse die “größte Rentenerhöhung seit 10 Jahren”, die in manchen Medien auch schon mal als “Satte Rentenerhöhung” bezeichnet wird. Auch das funktioniert prima, denn je lauter gefeiert wird, umso mehr freuen sich die armen Rentner - über nichts. Denn 3,38% Erhöhung (in den neuen Bundesländern) machen selbst beim günstigsten Fall einer voll ausgereizten Regelaltersrente (Mann 65 Jahre) einen Wahnsinnsbetrag von knapp 40 Euro monatlich aus. Betrachtet man dagegen die reale Durchschnittsrente in einem realen Durchschnittslandkreis (sagen wir Erfurt als Landeshauptstadt Thüringens), dann landen wir bei sagenhaften 26 Euro, für die man bei Kaufland noch nicht mal einen “satten” Wochenendeinkauf hinbekommt. Ein Bundestagsabgeordneter bekam 1977 umgerechnet 1966 Euro. Seit Januar 2009 beträgt seine Diät 7668 Euro plus 3868 Euro “Kostenpauschale”. Selbst wenn wir die letztere außer acht lassen, haben wir hier eine satte Erhöhung um 390% in 32 Jahren. Die Durchschnittsrente von heute beträgt dagegen nur noch ca. 70% der Durchschnittsrente von 1977. Fein gemacht. Wußten Sie eigentlich, daß vor 1906 Abgeordnete des Parlaments rein ehrenamtlich tätig waren und keinerlei Bezüge erhielten?
Und während die Rentner die Sektkorken (Aldi, 1,99 Euro) knallen lassen, wird nebenbei und ganz klammheimlich die Besteuerung der Renten beschlossen, inclusive der vollen Besteuerung der verkündeten Erhöhung. Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen - eine alte Volksweisheit.
Überhaupt sind das alles nur grundlegende Beispiele. Denn das Geld reicht an allen Ecken und Enden nicht (nur für die Banken, aber das Thema hatten wir schon). Als vor der parlamentarischen Sommerpause 2009 im Schnelldurchgang und ohne großes Medien-Tamtam eine Handvoll Gesetze durch den Bundesrat gereicht wurden (wissen Sie welche?), da war man sich bei allen einig (selbst bei der Internet-Zensur), nur bei einem nicht: das EU-Schulobst-Programm. Dies wurde abgelehnt. Für kostenloses Pausenobst für unsere Kinder in den Schulen ist nun wirklich kein Geld da. Das begreift doch jeder. Das Geld reicht auch nicht für normale staatliche Belange, für Verwaltung, für Infrastruktur, für Jugendarbeit, für Kultur, für Lehrer und Erzieher. Deswegen muß der Staat auch immer mehr “volkseigene” Staatsunternehmen verscherbeln (man nennt das privatisieren und das ist immer eine ganz tolle Sache, erzählt man uns). Diese ehemaligen Staatsunternehmen, für Wasser- und Energieversorgung, öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Gütertransport, Telekommunikation, Straßenbau und dergleichen mehr zuständig, verlieren daraufhin ihren eigentlichen Sinn völlig aus den Augen - das muß so sein. Eine Deutsche Bahn ist beispielsweise dann nicht mehr für den Transport von Millionen von Menschen und die technische Betreuung des Schienennetzes zuständig, sondern nur noch für die Erhöhung der Dividende ihrer Aktionäre - liebend gern durch rege Teilnahme an einem anderen Theater namens Börse. Kunden eines Service-Unternehmens stellen daher … wiederum erstaunt … fest, daß es bei ständig steigenden Ticketpreisen keinen Service mehr gibt: Bahnhöfe werden geschlossen, Schalter sind nicht mehr besetzt, in Schienennetze wird nicht mehr investiert und Waggons und Lokomotiven nicht mehr gewartet (Berliner S-Bahn). Wozu auch? All das sind lästige Kosten, die den Profit schmälern. Schön wäre eine allgemeine deutsche Bahnabgabe, von jedermann zu leisten (egal ob er Bahn fährt oder nicht / so wie GEZ egal ob man fernsieht oder nicht), die direkt in die Kassen einer börsennotierten DB fließt, während man den Fahrplan sagen wir halbiert. Fährt sowieso jeder Auto. Dann lassen wir den Bürger mal noch mehr für Wasser, Abwasser, Regenwasser, Grundwasser, Waschwasser und Energie sowieso bezahlen (es wird halt alles teurer, meine Lieben), dann gibt es noch Benzinsteuer, Versicherungssteuer, Grundsteuer, Lohnsteuer und Erbschaftssteuer. Man könnte fürs tägliche Pissen eine Abgabe fordern (erinnert euch an die alten Römer: olet non volet!) oder fürs Naseputzen oder fürs Lufteinatmen, für’s CO2 Ausatmen sowieso - wegen dem Klima, ist doch klar. Es gibt noch viele Reserven, soviel wird deutlich. Auch das Internet, das nun mittlerweile fast jeder nutzt, wäre eine prima Geldquelle - nennen wir das am besten Allgemeine Telekommunikationsabgabe. Man könnte überdies noch mehr Marken, Waren, Pflanzen, Worte, Bilder, Körperteile, Lebensmittel usw. urheberrechtlich schützen und mit Patenten, Gebühren und Strafen bei Urheberrechtsverletzungen versehen. So wäre dann beispielsweise jedesmal wenn man in der Öffentlichkeit laut “Diät” oder “Internet” oder “Bundestagsabgeordneter” sagt, schreibt oder singt, eine Rechnung fällig. Die Quellen für zusätzliche Einnahmen direkt aus den Taschen der armen, stillen, schlafenden Bundesbürger sind quasi unendlich. Ich bin mir sicher, ein paar schnell eingerichtete Kommissionen kämen da auf noch ganz andere Gedanken …
So könnten sich die am Schweinetrog des Volksvermögens sitzenden Kriminellen jederzeit weiter unbehelligt, entspannt und völlig skrupellos bereichern, während man zur allgemeinen Beruhigung und fürs eigene Gewissen Floskeln wie “Reform”, “Agenda 2000″, “Sozialdemokratie”, “Finanzkrise”, “demografische Entwicklung” und viele weitere fantasievolle und schlagkräftige Worte im Munde führt und unglaubliche Mengen an Geld in die eigenen Taschen schaufelt.
So muß es sein. Denn wir alle wollen das ja so.


Verweise:

 

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