Im ersten Band von Robert Anton Wilsons köstlicher Trilogie „Schrödingers Katze“ begibt sich Clem Cotex von der verschwörungssuchenden Warren Belch Society in den Lincoln-Park-Zoo, um das mysteriöse Phänomen zu prüfen, daß von über zweihundert eingekauften Gorillas immer nur zwei zu besichtigen sind. Zum Zweck der Spurensicherung kopiert Cotex sogar die Graffiti auf dem Herrenklo des Primatenhauses, z.B. den denkwürdigen Spruch „Tod allen Fanatikern!“. Gemäß der allgemeinen Primatenpsychologie fällt erst beim zweiten oder dritten Hinsehen (oder aber gar nicht) auf, daß diejenigen, die gnadenlos den Tod aller Fanatiker fordern, ja selbst mindestens genauso fanatisch sein müssen.
Schlagartig erinnerte ich mich an ein Zitat aus einer Rede von Tony Blair, das ich mal irgendwo gelesen und notiert hatte: „Die Fanatiker sollen wissen, daß wir genauso von unseren Werten überzeugt sind wie sie von den ihren.“ (Hervorhebung von mir).
Ein Fanatiker also, der andere Fanatiker darauf hinweist, daß sein Fanatismus mindestens genauso fanatisch ist.
Klosprüche im Affenhaus halt …
eines Bundesbürgers im Jahre 2020
Lieber Innenminister, liebe Bundespolizei, lieber Verfassungsschutz,
aus aktuellem Anlaß möchte ich Ihnen folgendes mitteilen: mein Name, meine persönlichen Daten, mein Lebenslauf, mein Bildungsweg und meine derzeitige Adresse (wie auch alle vorherigen Adressen) sind Ihnen bestens bekannt. Die mehr oder weniger gewöhnlichen Umstände meiner Geburt sind genauestens dokumentiert, ebenso alle meine Kinderkrankheiten, alle schulischen Leistungen, erteilten Einschätzungen, Noten und Zeugnisse, die Namen und Daten meiner Eltern, Kindergärtnerinnen, Erzieher und Lehrer, Seminarleiter, Mentoren, Dozenten und bisherigen Arbeitgeber. Genau festgehalten wurden alle meine biometrischen Daten, Körpermaße und Behinderungen, Augen- und Haarfarbe, Körpermale und -besonderheiten. Meine DNS ist seit längerem in der Bundesdatenbank für genetische Fingerabdrücke abgespeichert; mein Konterfei wurde aus drei verschiedenen Richtungen fotografiert und ist digital für jede Behörde in Deutschland verfügbar; (more…)
“Es ist ein bis heute fortdauerndes Kuriosum, daß es als ‘ungesund’ gilt, über Geschlechtsgenuß zu lesen oder nachzudenken, ihn gar zu beobachten, während dasselbe beim Morden unumstritten ist …”
Rainer Jogschies, Blick zurück durchs Schlüsselloch, Frankfurt/M. 1990, S. 41
Im Zuge der derzeit grassierenden und ziemlich lächerlich anmutenden Klimahysterie höre ich neuerdings in den Medien desöfteren Sätze wie “Können wir die Erde noch retten…” oder “Wenn wir unseren Planeten noch retten wollen, dann …” u.ä.
Entschuldigung, tausendmal sorry, aber Ihr Paranoiker werdet überhaupt niemanden retten, erstrecht nicht diesen Planeten. Denn einige - eigentlich ganz einfache - Zusammenhänge habt Ihr dabei übersehen: (more…)
Unglaublich! Hat doch der “debile”, “verwirrte”, “gefährliche” und “verblendete” RAF-Terrorist Christian Klar seine Hoffnung auf Freilassung mit einer in der “Jungen Welt” veröffentlichten Grußnote an die Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz selbst zunichte gemacht, indem er an die Teilnehmer schrieb: er hoffe auf die Zeit, um “die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen”. Welche andere Zukunft? Hat man ihm diesen impertinenten Zweifel an der besten aller möglichen Gesellschaftsordnungen nach so langer Haftzeit immer noch nicht austreiben können? Doch es kommt noch schlimmer: In seinem Schreiben prangert Klar ein imperiales Bündnis an, “das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln.” Wie kommt er zu solch weit hergeholten Äußerungen, die der gesellschaftlichen Realität und dem stetigen Aufbau der freiheitlich-demokratisch-globalen Grundordnung auf diesem Planeten des Jahres 2007 doch so eklatant widerspricht? (more…)